Eine Küche streichen heißt: Korpusse, Auszüge und Scharniere bleiben, neu wird nur die Oberfläche, die man sieht. Wenn die Fronten technisch in Ordnung sind und einfach aus der Zeit gefallen wirken, ist ein Anstrich der kürzeste Weg zu einem Raum, der wieder zu dir passt. Dieser Artikel geht die Reihenfolge durch: Untergrund prüfen, Lack wählen, sieben Arbeitsschritte, Menge planen – und die Stellen, an denen es in der Küche regelmäßig klemmt.
Welche Küchenfronten sich überhaupt streichen lassen
Bevor du über Farbtöne nachdenkst, schau dir das Material an. Die Frage ist nicht, ob dir der neue Ton gefällt, sondern ob die Oberfläche den Anstrich trägt. Mit drei Fällen deckst du fast jede Küche ab.
Lackierte und furnierte Fronten
Das ist der einfachste Fall. Alter Lack und Furnier sind fest, geschlossen und lassen sich anschleifen. Was der neue Anstrich braucht, ist Halt – und der entsteht, wenn du den vorhandenen Glanz brichst und den Schleifstaub restlos entfernst. Sitzt der Altanstrich fest, muss er nicht komplett runter. Nur dort, wo er blättert, schabst du ihn bis auf den tragfähigen Untergrund ab.
Folierte und melaminbeschichtete Fronten
Die verbreitetste Küchenfront in deutschen Wohnungen ist beschichtet, nicht lackiert. Sie ist glatt, dicht und nimmt von sich aus nichts auf. Streichen geht trotzdem – aber nur mit Haftgrund als erster Schicht. Prüfe vorher mit dem Fingernagel die Kanten: Wo die Folie hochsteht oder sich löst, wird sie das unter dem Lack weiter tun.
Wann Streichen nichts rettet
Aufgequollene Spanplatte neben der Spülmaschine, abgeplatzte Beschichtung an der Griffkante, Material, das unter Fingerdruck nachgibt: Da hilft kein Anstrich. Solche Einzelteile tauschst du, den Rest streichst du. Das ist kein Widerspruch, sondern die ruhigste Lösung – nach dem Lackieren sieht man den Unterschied ohnehin nicht mehr.
Der Lack, der in der Küche funktioniert
Küchenfronten werden angefasst, abgewischt, bespritzt und bedampft. Das ist der Grund, warum hier nicht jedes Produkt aus dem Farbregal infrage kommt.
Warum Wandfarbe an der Front nichts verloren hat
Wandfarbe ist für Flächen gemacht, die niemand täglich anfasst. Auf einer Schranktür, die zwanzigmal am Tag mit feuchten Fingern aufgeht, ist sie fehl am Platz. Matte Wandfarbe gehört an die Wand über der Zeile, nicht an die Tür darunter.
re-box protect als Möbel- und Buntlack
re-box protect ist der Möbel- und Buntlack von re-box: seidenglänzend, gemacht für Möbel, Holz und Innenflächen. Er ist widerstandsfähig gegen mechanische Beanspruchung, alltägliche Verschmutzungen und äußere Einflüsse – also gegen genau die drei Dinge, die eine Küchenfront jeden Tag abbekommt. Das Gebinde fasst 750 ml, angemischt wird in deinem Wunschton.
Der Haftgrund kommt zuerst
re-box core ist der Haftgrund und der erste Schritt vor protect. Er haftet gut auf unterschiedlichsten Untergründen und gibt dem Lack die Basis, die eine glatte Beschichtung von sich aus nicht hergibt. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar: erst core, dann protect. Wer sie abkürzt, sieht das spätestens beim ersten Fingernagel an der Kante.
Farbton wählen, bevor der Schleifblock ausgepackt wird
Der Ton entscheidet, ob die Küche danach größer oder gemütlicher wirkt. Zwei Grundrichtungen – und ein Rat, der dir Ärger erspart.
Helle Töne für schmale Küchen
In einer engen Zeile ohne viel Tageslicht halten helle Cremetöne den Raum offen. Neige Douce No. 42 Lack ist so ein Ton: ein zartes Cremeweiß, das im Seidenglanz weich statt kalt wirkt. Praktischer Nebeneffekt: Auf hellen Fronten fallen Krümel und Wasserspritzer weniger auf als auf tiefen Tönen.
Dunkle Töne als Statement
Wenn der Raum Tageslicht hat, steht ihm Mut gut. Baltic Midnight No. 24 Lack ist ein tiefes Mitternachtsblau, das Unterschränke optisch zurücknimmt. Bewährt hat sich die Aufteilung unten dunkel, oben hell: Der Blick bleibt oben, die Zeile wirkt leichter.
Muster statt Bildschirm
Farbe am Monitor ist eine Vermutung. Die Farbmusterbox 65 Stk enthält alle Farbtöne als Muster, die du bei deinem eigenen Küchenlicht beurteilen kannst – morgens am Fenster und abends unter der Unterbauleuchte sieht derselbe Ton verschieden aus. Die komplette Übersicht steht unter Lackfarben.
Materialliste für ein Küchen-Wochenende
Leg alles bereit, bevor die erste Front ausgehängt ist. Nichts bremst ein Lackierprojekt so zuverlässig wie eine Fahrt in den Baumarkt mitten in der ersten Schicht.
Farbe, Grund und Reiniger
- Haftgrund für die erste Schicht auf glatten Fronten
- Möbellack in deinem Wunschton, seidenglänzend
- Entfetter oder Spiritus zum Reinigen der Oberflächen
Werkzeug
- Schaumstoff- oder Feinwalze für die Flächen
- Lackpinsel für Profile, Fräsungen und Kanten
- Schleifblock zum Mattieren
- Rührholz, Farbwanne und Abstreifgitter
Schutz und Ordnung
- Abdeckfolie für Boden und Arbeitsplatte
- Präzisions-Klebeband für Scharniere und Übergänge
- Nitrilhandschuhe und ein Mikrofasertuch
- Beschriftete Tüten für Griffe, Schrauben und Scharniere
Vorbereitung in vier Schritten
Der größere Teil der Arbeitszeit steckt vor der ersten Farbe. Das klingt unfair und ist trotzdem der Grund, warum ein Anstrich hält.
1. Ausräumen, abschrauben, aushängen
Griffe ab, Scharniere ab oder sauber abkleben. Häng die Fronten aus und lackiere sie liegend – so laufen dir keine Farbnasen die senkrechte Fläche hinunter. Nummeriere Türen und Schrauben, sonst suchst du beim Zusammenbau die halbe Küche ab. Korpusse und Regalböden bleiben an Ort und Stelle und werden abgeklebt.
2. Entfetten, bis das Tuch sauber bleibt
Das ist der Schritt, der die Küche von jedem anderen Möbelprojekt unterscheidet. Über den Fronten hängt jahrelang Kochdunst, und dieser Fettfilm ist der natürliche Feind jeder Lackierung. Arbeite mit Entfetter oder Spiritus, wechsle das Tuch oft und mach so lange weiter, bis das frische Tuch sauber bleibt. Besonders um Griffe und über dem Herd.
3. Anschleifen und entstauben
Mit feinem Schleifpapier den Glanz brechen, nicht durchschleifen. Ziel ist eine gleichmäßig stumpfe Oberfläche, an der sich der Grund festhalten kann. Danach entstauben – erst absaugen, dann mit leicht feuchtem Tuch nachgehen. Schleifstaub, der liegen bleibt, wird später als Korn im Lack sichtbar.
4. Haftgrund auftragen
Auf beschichteten und folierten Fronten ist der Haftgrund Pflicht, auf angeschliffenem Altlack macht er das Ergebnis gleichmäßiger. Dünn und gleichmäßig auftragen, Kanten zuerst. Danach trocknen lassen und dabei die Angaben auf dem Gebinde ernst nehmen – wer zu früh weiterarbeitet, zieht den Grund mit der Walze wieder auf.
Lackieren in drei Schritten
Jetzt kommt der Teil, der Spaß macht. Zwei dünne Schichten sind besser als eine dicke – diese Regel gilt in der ganzen Anleitung, hier aber besonders.
5. Die erste Lackschicht
Profile, Fräsungen und Kanten mit dem Pinsel vorlegen, dann die Fläche mit der Walze in ruhigen, überlappenden Bahnen ausrollen. Arbeite zügig und geh nicht ständig zurück in schon antrocknende Bahnen. Wenig Material auf der Walze, dafür lieber eine Bahn mehr.
6. Zwischenschliff und zweite Schicht
Ist die erste Schicht durchgetrocknet, gehst du ganz leicht mit feinem Schleifpapier darüber, entstaubst und legst die zweite Schicht auf. Der Zwischenschliff ist der Unterschied zwischen selbst gestrichen und sieht aus wie neu: Er nimmt kleine Fasern und Staubkörner weg und macht die Oberfläche geschlossen.
7. Aushärten lassen und montieren
Trocken heißt nicht belastbar. Lass die Fronten liegen, bis der Lack wirklich durchgehärtet ist, und richte dich dabei nach dem Gebinde. Erst dann kommen Griffe und Scharniere zurück. Wenn dir das Ergebnis gefällt, sind die Zimmertüren der logische nächste Schritt – die Reihenfolge dort ist ähnlich, nachzulesen unter Tür lackieren ohne Ausbauen.
Menge und Zeit: was das Projekt wirklich braucht
Zwei Zahlen brauchst du vorher: die Fläche deiner Fronten und die Wandfläche drumherum. Beides misst du in zehn Minuten aus.
Wie viel Fläche eine Küchenzeile hat
Miss jede Front einzeln – Höhe mal Breite – und rechne beide Seiten, wenn die Rückseite mitlackiert wird. Sichtbare Korpusseiten, Sockelblenden und offene Regalfächer kommen dazu. Die Summe ist deine Fläche für zwei Anstriche, und sie ist meistens größer, als man sie schätzt.
Wie viel Lack du planst
Der Lack wird im 750-ml-Gebinde angemischt. Wie viele Gebinde du brauchst, hängt an deiner ausgemessenen Frontfläche und daran, wie stark der alte Farbton deckt: Ein dunkler Untergrund unter hellem Lack braucht mehr Material. Wenn du unsicher bist, hilft Anna, die digitale Farbberatung von re-box, bei Farbwahl, Finish und Menge. Fertig zusammengestellt bekommst du das Projekt auch als Küche streichen.
Die Wand über der Zeile
Für die Wandflächen gilt die einfache Faustregel je Gebinde, immer bei zwei Anstrichen gerechnet: 2,5 L reichen für ca. 8–10 m², 5 L für ca. 15–20 m², 10 L für ca. 30–40 m². Die passenden Töne stehen unter Wandfarben, und wie du deine Fläche sauber ausrechnest, steht in Wie viel Wandfarbe brauche ich.
Die Fehler, die man in der Küche sofort sieht
Drei Dinge gehen immer wieder schief – und alle drei zeigen sich erst Wochen später, wenn die Küche längst wieder eingeräumt ist.
Das Entfetten übersprungen
Der häufigste Fehler und der ärgerlichste. Auf Fett haftet nichts: Der Lack perlt beim Auftragen ab oder löst sich Monate danach flächig. Reparieren heißt in diesem Fall abschleifen und von vorn anfangen.
Auf glatter Beschichtung ohne Haftgrund lackiert
Ohne Grund liegt der Lack auf der Folie, statt sich mit ihr zu verbinden. Der erste Fingernagel, der erste Topfboden, der erste Kinderschuh geht dann bis auf den Untergrund durch. Ein zweiter Anstrich ändert daran nichts.
Zu dick aufgetragen
Wer den Untergrund in einem Durchgang verschwinden lassen will, bekommt Läufer an den Kanten und eine Oberfläche, die außen fest und innen weich bleibt. Zwei dünne Schichten decken besser und halten länger als eine dicke. Immer.
Häufige Fragen zum Streichen der Küche
Muss ich die Küchenfronten komplett abschleifen?
Nein, anschleifen genügt in fast allen Fällen. Es geht nur darum, den Glanz zu brechen, damit Haftgrund und Lack Halt finden. Komplett runter muss nur ein Altanstrich, der bereits blättert.
Welcher Glanzgrad passt in die Küche?
Seidenglanz ist für Küchenfronten die naheliegende Wahl. Er lässt sich leichter abwischen als eine matte Oberfläche und betont Unebenheiten weniger stark als eine spiegelnde. re-box protect ist genau so eingestellt.
Kann ich auch die Arbeitsplatte streichen?
Davon raten wir ab. Arbeitsplatten sind Schnitt-, Nass- und Hitzeflächen, und das hält kein Anstrich dauerhaft aus. Fronten, Korpusse, Sockel und Regale dagegen sind gute Kandidaten.
Wie lange dauert die Lieferung meines Lacks?
Die Lieferzeit beträgt 3–5 Werktage ab Zahlungseingang. Versendet wird innerhalb Deutschlands per Paket. Da jede Farbe erst nach der Bestellung angemischt wird, beginnt die Bearbeitung erst nach vollständigem Zahlungseingang.
Kann ich einen angemischten Lack zurückgeben?
Nein, individuell angemischte Farben sind vom Widerruf und Umtausch ausgeschlossen. Genau deshalb lohnt sich der Umweg über die Musterbox: Erst am eigenen Schrank prüfen, dann bestellen.

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